Das Grundrecht auf Asyl gilt auch in der Eschenallee

Im Charlottenburger Westend soll demnächst ein neues Flüchtlingsheim eröffnet werden. Einzelne „besorgte“ Anwohner fürchten nun durch die Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Charitéstandort in der Eschenallee um den Wertverfall ihrer Immobilien und schüren diffuse Ängste, bevor überhaupt alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Pressemitteilung 1/2015
Datum: 5. Februar 2015
Thema: Anwohnerreaktionen auf geplantes neues Flüchtlingsheim in der Eschenallee/Westend
Redaktion: SPD Neu-Westend | Alexander Sempf/Robert Drewnicki

In Berlin hat sich im vergangenen Jahr die Zahl der Flüchtlinge aufgrund der zunehmenden weltweiten Konflikte und Kriege mehr als verdoppelt und ohne Lösung der weltweiten Konflikte wird der Strom auch nicht abreißen. Gerade wir als reiches Land haben die Pflicht zur Mitmenschlichkeit.

Im Charlottenburger Westend soll demnächst ein neues Flüchtlingsheim eröffnet werden. Einzelne „besorgte“ Anwohner fürchten nun durch die Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Charitéstandort in der Eschenallee um den Wertverfall ihrer Immobilien und schüren diffuse Ängste, bevor überhaupt alle Fakten auf dem Tisch liegen.

„Besonders im 70. Jahr der Befreiung von Auschwitz und des Endes des 2. Weltkrieges sollte uns allen klar sein, wie wichtig das Recht auf Asyl ist. Diese Menschen verlassen ihre Heimat nicht freiwillig, sondern haben furchtbare Dinge erlebt und sind teilweise traumatisiert. Wir alle sollten sie willkommen heißen und ihnen helfen, sich einzuleben. Das allein erwarte ich von meinen Westender Nachbarn.“ so Alexander Sempf, Vorsitzender der SPD Neu-Westend.

Die SPD Neu-Westend fordert die zuständige Stellen des Landes und des Bezirkes dazu auf, die Bürgerinnen und Bürger schnellstmöglich zu informieren, um Vorurteilen keinen Raum zu lassen. Auch, wenn noch nicht alle Details klar sind, muss man frühzeitig in den Dialog kommen. Für die SPD steht dabei fest: der Standort ist als Unterkunft geeignet und hilft, dass Flüchtlinge nicht zum Beispiel in Turnhallen untergebracht werden müssen.

“Es kann nicht sein, dass Menschen, die verfolgt wurden und fliehen mussten, erneut das Gefühl bekommen, aufgrund ihrer Herkunft nicht willkommen zu sein und als „Vermögens wertschädigender Faktor“ betrachtet werden. Derartigen Ansichten stellen wir uns entschieden entgegen. Das große bürgerschaftliche Engagement der Bevölkerung rund um die Notunterkunft der nahe gelegenen Waldschulallee sollte ein Beispiel für die Anwohnerinnen und Anwohner rund um die Eschenallee sein. Wir werden zügig informieren und vor allem helfen, sobald die Flüchtlinge angekommen sind”, so Robert Drewnicki, stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender und Neu-Westender.

Vieles im Grundgesetz, besonders die Artikel 1 bis 20, sind aus den Lehren und Erfahrungen der 12 Jahre Naziherrschaft und dem unendlichen Leid des Zweiten Weltkrieges entstanden. Ein elementares Grundrecht ist deswegen das im Artikel 16 festgelegte Recht auf Asyl.

Auch Charlottenburg-Wilmersdorf bietet Schutz für Menschen, die in ihrer Heimat nicht sicher leben können und ihre Heimat, Freunde und Verwandte zurücklassen und fliehen mussten.

Zu den Lehren aus der Nazizeit gehört auch, dass Willy Brandt und viele andere Verfolgte die Nazizeit nicht überlebt hätten, wenn ihnen viele demokratische Länder nicht Asyl geboten hätten. Für die SPD ist es deshalb selbstverständlich, in Charlottenburg-Wilmersdorf Flüchtlingen und Verfolgten staatliche Unterstützung und Wohnraum in ihrer persönlich sehr schwierigen Situationen zu bieten.

Deswegen ist für uns eins klar: Das Grundrecht auf Asyl gilt selbstverständlich auch in Neu-Westend – ohne wenn und aber. Wir werden unsere zukünftigen neuen Nachbarn herzlich willkommen heißen und vor Ort helfen.

Rückfragen an:
Alexander Sempf, Abteilungsvorsitzender SPD Neu-Westend
Mail: alexander.sempf@spd-neuwestend.de

Robert Drewnicki, Stv. Kreisvorsitzender SPD Charlottenburg-Wilmersdorf
Mail: robert.drewnicki@t-online.de

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