Pressemitteilungen

Reichsstraße – Wandel im Herzen vom Westend

SPD-Umfrage zur Unterstützung des eingesessenen Einzelhandels in beliebter Einkaufsstraße

Die SPD Neu-Westend führte unter den Gewerbetreibenden in der Reichsstraße vom 13. Februar bis 24. April 2026 eine anonyme Umfrage durch; wir wollten wissen, was beschäftigt Sie im Alltag? Welche Probleme gibt es? Wo wird Unterstützung benötigt?

Von den ca. 120 Einzelhandelsgeschäften, die wir in den letzten Monaten persönlich besucht und um eine Auskunft gebeten hatten, haben 67 die Webseite der Umfrage geöffnet, sich mit den Fragen beschäftigt, und insgesamt 30 haben an der Umfrage aktiv teilgenommen. Die Filialisten, wie beispielsweise die Banken oder Handelsketten, haben wir nach Rücksprache mit ihnen aussortieren müssen, weil die meisten für eine Antwort nicht autorisiert waren oder die Organisation mit dem Mutterkonzern zu kompliziert geworden wäre.

Von dem hohen Anteil der Beteiligten fallen 60 Prozent der Antwortenden in die Rubrik Einzelhandel, ein Drittel ist dem Dienstleistungsbereich zuzuordnen, knapp sieben Prozent der Gastronomie.

Dabei handelt es sich überwiegend um alteingesessene Geschäfte: 53 Prozent bestehen länger als 10 Jahre, ein weiteres Drittel sechs bis zehn Jahre. Knapp 39 Prozent halten den Standort Reichsstraße für „eher“ oder sogar „sehr attraktiv“, 61,5 Prozent allerdings nur für mittelmäßig: Die Laufkundschaft nimmt ausgehend vom Theodor-Heuss-Platz Richtung Steuben- und Brixplatz prozentual deutlich ab. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass mit der aktuellen Gewerbemiete deutlich mehr als die Hälfte (53,9 %) eher unzufrieden ist.

Einen transparenten Mietspiegel für Gewerbemieten fordert die SPD in Berlin und bundesweit seit Langem, konnte bisher aber keine Mehrheit dafür mobilisieren. Es gibt bis heute in Berlin und bundesweit keinen Gewerbemietspiegel. Dies verwundert angesichts der Leerstände und der vielen Wettbüros, Nagelstudios und Dönerbuden, die nach dem veränderten Kaufverhalten der Bevölkerung in den frei gewordenen Gewerberäumen der Einkaufsstraßen zu finden sind. Natürlich wollen Vermieter auch die gestiegenen Kosten abbilden: 15,4 Prozent unserer Befragten gaben an, ihre Miete sei in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen, bei fast 54 Prozent war ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Konkret zahlen nach eigenen Angaben jeweils knapp 39 Prozent eine Gewerbemiete von 30 EUR/m² und mehr und ebenso viele 21–25 EUR/m². Damit liegen sie durchschnittlich bei einer Gewerbemiete für gehobene Lagen; aber gefühlsmäßig gehören sie eben wie beschrieben nicht in die gehobene B- bis A-Lage, sondern nur in ein mittelmäßigeres Niveau. Dass die Höhe der Gewerbemieten die Geschäftsentwicklung eher oder sogar sehr negativ beeinflusst, meinen nach unserer Umfrage 67 Prozent. Dennoch wollen 50 Prozent am liebsten am Standort bleiben, ein kleiner Teil von gut acht Prozent möchte sein Geschäft sogar vergrößern, 25 Prozent wollen aber leider auch aufgeben.

Die Ergebnisse zeigen aus unserer Sicht: Die befragten Einzelhändler sind tendenziell der Ansicht, dass sie mehr bezahlen, als das Image und die Kaufkraft der Straße derzeit hergeben. Die Reichsstraße soll aber als lebendige und attraktive Einkaufsstraße erhalten werden, die zahlreichen Einzelhandelsgeschäfte bieten dafür die Basis! Sie in ihrer Existenz zu schützen, auch gegen die Vertreibung durch eine wachsende Zahl von Filialgeschäften, sieht die SPD Berlin Westend als ein Kernanliegen für einen lebendigen Kiez.

Wir fordern daher einen objektiven Gewerbemietspiegel.

Der ist die Grundlage für ein aktiveres, gemeinschaftlicheres Kiezmanagement, das wir mit Ihnen zusammen weiterentwickeln wollen.

Wir freuen uns über konstruktive Mitarbeit, denn wir wollen uns rechtzeitig für eine lebendige und interessante Reichsstraße einsetzen.